Engelkinder

 

Tiya lebte in einem kleinen, malerischen Dorf, umgeben von hohen Bäumen und blühenden Wiesen. Von klein auf spürte sie eine tiefe Sehnsucht in ihrem Herzen – den Wunsch nach einer Familie, voller Liebe und Geborgenheit. Sie beobachtete die anderen Kinder in ihrem Dorf, die mit ihren Eltern spielten, und träumte von einem Leben, in dem auch sie die Wärme einer eigenen Familie erleben konnte.

 

Als Tiya heranwuchs, fand sie schliesslich die Liebe ihres Lebens, einen sanften und verständnisvollen Mann. Ihre Herzen verschmolzen zu einem, und sie träumten zusammen von einer Zukunft mit Kindern, die ihr Zuhause mit Lachen und Freude füllen würden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Trotz der tiefen Liebe, die sie füreinander empfanden, blieb das ersehnte Glück des Elternseins ihnen verwehrt. Tiya fühlte sich oft verloren und traurig, doch ihr grosser Herzenswunsch liess sie nicht los. Um Trost zu finden, richtete Tiya ihre Liebe an die kleinen Kreaturen dieser Welt. Sie wurde zur wunderbaren Mama von Hunden und Katzen, die ihr treue Begleiter wurden und ihr Herz heilten. Besonders der Junghund Foxy, sowie die bereits ältere Hündin Zwucki waren so tief mit ihr verbunden und stets an ihrer Seite. Sie spürten die Höhen und Tiefen, die Tiya durchlebte, und schenkten ihr in dunklen Zeiten Lichtblicke durch ihre bedingungslose Zuneigung und Liebe.

 

Eines Tages, als die Sorgen überhandnahmen und die Traurigkeit schwer auf ihrer Seele lastete, geschah etwas Unglaubliches. Tiya, auf der Suche nach Antworten und innerem Frieden, fand sich in einer geheimnisvollen Anderswelt wieder. Sie verwandelte sich in eine Zauberfee Namens vanTiya. In dieser magischen Dimension, wo alles möglich war und Wünsche Wirklichkeit werden konnten, blickte sie tief in ihr eigenes Herz und erkannte, was sie sich am meisten wünschte: Kinder, die sie lieben und beschützen konnte, die sie mit ihrer sanften Weisheit in eine neue Welt führen würde.

 

Mit einem tiefen Atemzug sprach sie ihren Wunsch aus: «Ich möchte Kinder, die mich brauchen, die mein Herz mit noch mehr Liebe und Freude erfüllen.» Und wie durch Zauberhand erschienen zwei strahlende Engelswesen vor ihr: ein Junge namens Cyres, mit Augen, die so blau waren wie der Himmel, und ein Mädchen namens Yâra, deren Lachen wie das fröhlichste Lied klang. Sie sprudelten vor Energie und Unschuld, und Tiya fühlte, wie ihr Herz vor Liebe und Freude überquoll.

 

Die Zeit, die sie mit Cyres und Yâra in der Anderwelt verbrachte, war von unermesslicher Bedeutung. Gemeinsam erkundeten sie all die Wunder in der Anderswelt, lernten von den leuchtenden Sternen und tanzten im kühlen Licht des Mondes. Tiya entdeckte, dass echte Familie nicht nur durch Blut verbunden ist, sondern durch tiefe Liebe, Verständnis und die gemeinsame Reise des Lebens.

 

Als sie schliesslich wieder in ihre eigene Welt, die Jetztwelt, zurückkehrte, wusste Tiya, dass sie nicht allein war. Die Erinnerungen an Cyres und Yâra, die Engel ihres Herzens, begleiteten sie fortan. Sie war erfüllt von tiefer Dankbarkeit, denn in der Anderswelt hatte sie das gefunden, wonach sie sich immer gesehnt hatte. Und obwohl sie keine leiblichen Kinder hatte, wusste sie, dass die Liebe, die sie für ihre Tiere und die Erinnerung an ihre Engelkinder in ihrem Herzen hegte, stärker war als alles Materielle.

 

Als Zauberfee konnte sie zu jederzeit wieder in die Anderswelt reisen und noch viele Wünsche und Träume wahr werden lassen. Und so vergingen die Jahre, und während Tiya mit Foxy und Zwucki in der Jetztwelt durch die Strassen ihres Dorfes spazierte, lächelte sie oft in den Himmel, wissend, dass sie als Zauberfee dafür bestimmt war, die Liebe, die sie in ihrem Herzen trug, in die Welt zu tragen – egal, in welcher Form.

 

Denn wahre Magie entsteht durch die Liebe, die wir geben und empfangen. Und manchmal müssen wir nur ein wenig träumen, um die Wunder des Lebens zu erleben…